Mittwoch, 24. August 2016

WORTE FÜR DIE EWIGKEIT



Titel: Worte für die Ewigkeit
Autor: Lucy Inglis
Verlag: Carlsen
Seiten: 393
Preis: 19,99 € [D]

Inhalt

Sommer in Montana, darauf hat Hope so gar keine Lust. Aber gegen ihre resolute Mutter kann sich die 16-Jährige einfach nicht durchsetzen. Und hier, mitten im Nirgendwo, auf einer einsamen Pferderanch begegnet sie Cal, der ihr Leben für immer verändern wird. 
Montana 1867, die 16-jährige Emily ist auf dem Weg zu ihrem Ehemann, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Kutsche, in der sie unterwegs ist, verunglückt und als einzige Überlebende wird sie von Nate gerettet - einem Halbindianer, der ihr zeigt, was Leben und Freiheit bedeutet.

Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Zusenden des Rezensionsexemplars!


Meine Meinung

Das Cover des Buches ist ein wahrer Traum! Ein Mädchen steht in Mitten von Wüstenblumen und sieht der Sonne entgegen. Der Buchdeckel glänzt dabei so, wie man sich die Sonnenstrahlen in Montana vorstellt. So schön ich das Cover finde, so wenig hat mir die Lektüre am Anfang gefallen. Ich war ständig in zwiespältigen Gefühlen, denn zum einen mochte ich Hope und Cal so sehr und zum anderen hat sich die Geschichte von Emily und Nate gezogen bis ins Unendliche! Um genauer zu sein: Bis zur Mitte des Buches. Denn ab da war ich ganz gefesselt und hab mich in die Liebesgeschichte um 1867 genauso verliebt, wie in die Protagonisten im "Hier und Jetzt".

Das Buch ist folgendermaßen aufgeteilt: Kapitelweise wird das Geschehen um Hope und die Handlung um Emily beschrieben. Hope ist dir Tochter der alleinerziehenden, feministischen Forscherin Meredith. Diese ist wirklich anstrengend und redet der Protagonistin ständig über den Mund. Hope hat mir so Leid getan und ich habe mir so sehr gewünscht, dass sie endlich den Mut findet ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich ihrer Mutter auf respektvolle Weise entgegenzustellen. "Dank" eines Unfalls auf dem Weg zu einer Nachbarfarm zusammen mit Cal macht Hope ganz neue Erfahrungen und entwickelt sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit.
Als Hope mit ihrer Mutter am Anfang des Buches auf der Pferderanch der Crows ankommt, wird sie gleich von Crow junior in die Arbeit einbezogen. Während Hope sich ausruht, findet sie auf dem Speicher ein altes Tagebuch, geschrieben von Emily um 1867.
Emily ist der Hauptcharakter der anderen Liebesgeschichte in Worte für die Ewigkeit. Sie stammt wie Hope aus London und ist auf dem Weg nach San Francisco zu Mr Stanton, den sie heiraten soll. Als ihre Kutsche verunglückt, wird sie von dem Indianer Nate gerettet und muss nun in einem ganz anderen Umfeld leben. Andere Menschen, andere Kultur. Alles was Emily bisher gelernt bzw. eingetrichtert bekommen hat, wird nun völlig auf den Kopf gestellt. Berührungen zwischen Mann und Frau, Hosen statt Kleider, Reiten ohne Damensattel. Es ist einfach nicht einfach für sie. Nate ist dabei äußerst fürsorglich und versucht Emily die neue Kultur nahezubringen. Dabei wurde auf Kleinigkeiten eingegangen, die das Lesen für mich irgendwie anstrengend gemacht haben. Es hat sich dann irgendwann gezogen und ich habe mich einfach nur auf die Kapitel rund um Hope und Cal gefreut. Die waren nur leider immer viel kürzer, als die Geschichte über Emily und Nate.
Als Emily aber zur Mitte des Buches hin sich langsam angefangen hat zu wandeln und nicht mehr ihren Eltern dem Munde nach zu reden, hat mich die Geschichte plötzlich gepackt. 
Da wo am Anfang kaum Liebe zwischen den Protagonisten in der Gegenwart und in der Vergangenheit zu spüren war, entflammte nun der eine oder andere Funke. Die Geschehnisse wandelten sich von Waschen und Kochen zu einer reißerischen Jagd und einem Bären, der eine echte Gefahr darstellt. Kurz gesagt, endlich passiert was! 
Die Spannung hielt bis zum Ende an und löste auch die Zusammenhänge zwischen dem Tagebuch und der Gegenwart plausibel auf.
Toll finde ich, dass man im Schreibstil Unterschiede entdecken kann. Während der Schilderung der Vergangenheit wurden ältere Begriffe verwendet, die ich zum Teil nachschlagen musste. Das hat das ganze authentisch gemacht.

Fazit

Worte für die Ewigkeit ist für mich ein Buch, das sich lange Zeit gibt, um zum Höhepunkt zu kommen und den Spannungsbogen dann nicht abreißen lässt bis man die Lektüre beendet hat. 
Es hat mich nicht aus den Socken gehauen aber ich denke, es ist ein schönes Buch für den Sommerurlaub, das einem auch ein bisschen Raum zum träumen gibt.

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