Samstag, 21. Januar 2017

FEUERSCHWESTER


Titel: Feuerschwester
Autor: Emiko Jean
Verlag: Ravensburger
Seiten: 320
Preis: 15,00 € [D]
Genere: Thriller

Inhalt

Verwitterte Mauern, eine Nebelwand - das sieht Alice, wenn sie aus dem Fenster blickt. Die psychiatrische Anstalt auf Savage Isle ist für sie ein Ort des Schreckens, denn hinter einer der Mauern lauert Cellie, ihre machtbesessene Zwillingsschwester. Cellie hat das verheerende Feuer gelegt, das Alice‘ Freund Jason das Leben kostete. Und sie wird nicht ruhen, ehe sie nicht auch Alice getötet hat.

"Alice, hörst du mir zu? Bitte erzähl mir von dem Feuer." 
Dr Goodman klopft mit dem Stift auf sein Buch.
"Ich kann mich nicht erinnern", sage ich.
Womöglich ist sie ein Akt der Gnade - die Lücke in meiner Erinnerung.
Womöglich will mein Gehirn nicht, dass ich mich daran erinnere, was passiert ist.
Um mich von der Erkenntnis zu verschonen, dass mein Schwester, mein eigen Fleich und Blut, 
mir so etwas angetan haben könnte - mir uns Jason.
Dumm nur, dass mein Herz es längst weiß.

Vielen Dank an den Ravensburger Buchverlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!


Meine Meinung

Das Cover von "Feuerschwester" hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Man sieht zwei Mädchen, die sich aufs Äußerste exakt gleichen. Außer in den Augen. Dort sieht man bei einem der beiden Flammen gespiegelt. Als ich danach den Klappentext gelesen hatte, war ich sofort Hin und Weg - dieses Buch muss ich lesen!
Die Lektüre ist in Kapitel mir angenehmer Länge geteilt. Fast abwechselnd ließt man aus Sicht der Protagonistin Alice in der Gegenwart und ihrer Erzählung der Vergangenheit in Form von Tagebucheinträgen. Relativ schnell hatte ich eine Vorstellung, wie die Geschichte für mich weitergehen soll, wie ich mir das Ende wünsche. Und ich kann nur sagen: Danke Emiko Jean, dass du das Buch so geschrieben hast!
Der Alltag der Psychiatrie Savage Isle ist geprägt von Therapiestunden mit Dr. Goodman, Mahlzeiten in der Cafeteria, Begleitdiensten durch Pfleger Donny und Schwester Dummel sowie Gespräche mit Amelia und Chase. 
Die Sache mit Chase ging mir anfangs zu schnell. Alice erzählt wie sehr sie Jason liebt und vermisst und bandelt rasch mit Psychiatrie-Kollege Chase an. Die Protagonistin nutzt die Verbindung zu dem Jungen zuerst auch nur, um in den D-Trakt des Gebäudes zu gelangen, wo sie ihre Zwillingsschwester Cellie vermutet. Diese hasst sie über alles und will unbedingt Rache am Feuerteufel üben. 
Dieser Gedanke zieht sich durch das ganze Buch und wird durch ein fantastisches Ende aufgelöst!

"Trauer ist etwas sehr Mächtiges, und wenn wir uns ihr nicht stellen, kann es passieren, dass wir uns in ihr verlieren."
S.25

Alice hat einen wirklich heftigen Lebensweg hinter sich und bei der einen oder anderen Szene musste ich das Buch kurze Zeit schließen und tief Durchatmen, weil die Situation so grausam war. Cellie hat dem Mädchen das Leben wortwörtlich zur Hölle gemacht und durch sie konnte man direkt in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken. Vor dem Hintergrund des Ausgangs der Geschichte, sind diese Szenen noch viel erschreckender.

Fazit 

Ich bin absolut begeistert davon, wie der Autor die Krankheit "Posttraumatische Belastungsstörung" so authentisch rübergebracht hat, deshalb war "Feuerschwester" für mich ein absoluter Pageturner und ich musste mich zeitweise stoppen, damit ich es nicht in einem Rutsch durchlese. 

Wer auf kleinen Nervenkitzel steht und gerne miträtselt, 
wer nun welche Rolle inne hat und wie was wo und wann ausgeht, 
ist mit diesem Buch in der Hand meiner Meinung nach super ausgestattet!


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