Donnerstag, 23. März 2017

CAVALIERSREISE - #JdKöKi


Autor: Mackenzi Lee
Verlag: Königskinder
Seiten: 496
Preis: 19,99 € [D]

Inhalt

Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.


Vielen herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Leseexemplar!

Meine Meinung

Cavaliersreise ist ein Buch aus der neuen Reihe des Königskinder Verlags und eine echte Abenteuerreise! Es ist eine Geschichte aus dem 18. Jahrhundert und ist in fünf Teile geteilt, welche den Verlauf der Reise zeigen: England, Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland. 
Monty und Percy sind beste Freunde seit Kindertragen und Felicity die jüngere Schwester von Monty. Diese ist für ihr Alter (15 Jahre) und der Zeit in der sie lebt schon ziemlich emanzipiert. Sie weiß was sie will und würde dies gerne umsetzen. Aber welchem Mädchen war es im 18. Jahrhundert schon erlaubt zu studieren? Wohl keinem. Deshalb muss sie mit ihrem großen Bruder und dessen besten Freund einen Teil der Cavaliersreise zurücklegen um in ein Mädchenpensionat zu gehen. 
Monty ist in den Augen seines Vaters ein einziger Schandfleck. Und so behandelt er ihn leider auch. Der Junge wurde von der Schule geschmissen und bei dem einen oder anderen Techtelmechtel mit einem anderen des männlichen Geschlechts erwischt. Die Reise soll ihn wieder auf die richtige Bahn bringen, deshalb organisiert der Vater einen Anstandwauau bzw. Lehrer. Monty ist von der Idee natürlich abgeneigt, er wollte feiern, saufen und lieben und nun muss er lesen und lernen. Percy, sein dunkelhäutiger bester Freund hingegen ist begeistert davon, neben der Feierei auch etwas Kultur mitzubekommen. Ein erster kleiner Disput zwischen den beiden. Percy hat aufgrund seiner Hautfarbe leider meist weniger gut Erfahrungen im Umgang mit der gehobenen Gesellschaft. Der Sklavenhandel war noch nicht verpönt und so wurde Montys bester Freund während der Reise oft nur als Anhängsel gesehen und leider nicht als Gleichgestellter. 
Bereits in Marseille geht es schon heiß und nackt zur Sache. Ein Wunder, dass Felicity und Percy nicht in Grund und Boden versunken sind. Ich wäre es wahrscheinlich schon! Dass Monty hier etwas klaut um den Besitzer zu ärgern, bringt die Geschichte dann so richtig ins Rollen. In Folge dessen müssen sich die drei mit Weglagerern und schlechten Unterkünfte auseinandersetzen. Mit Liebe und Freundschaft. Mit Geheimnissen und Wut. Mit Sehnsucht und Egoismus. Mit Schmerz und Wahrheit. Und am Ende auch mit Piraten. 
Was als Cavaliersreise begonnen hat endet in einer wirklich abenteuerlichen Geschichte!

Die Idee der Autorin, dass es die Homosexualität schon im frühen 18. Jahrhundert ausgelebt wurde und das eine oder andere Pärchen auch auf eine längerfristige Beziehung hingearbeitet hat, gefällt mir wahnsinnig gut und gleichzeitig haben mich die Abscheu, die dem gegenüber im Buch oft geäußert wurde wütend gemacht. Genauso schlimm ist die Tatsache, dass Percy oft einfach nur auf seine Herkunft und Hautfarbe reduziert wurde. In ihm steckt einfach viel mehr als das!

Fazit

In "Cavaliersreise" müssen die Protagonisten durch Freundschaft und Liebe, Geheimnisse und Wahrheit, durch Wollen und Müssen und Sehnsucht und Schmerz. 
Eine Reise, die einen wirklich abenteuerlichen Verlauf hat und mich wahrlich in den Bann gezogen hat!

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