Samstag, 15. April 2017

DER KOFFER - #JdKöKi


Autor: Robin Roe
Verlag: Königskinder
Seiten: 416
Preis: 19,99€ [D]

Inhalt


»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.


Großen Dank an den Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!


Meine Meinung


Das Buch stammt aus dem neuen Programm des Königskinder Verlags und ich bin durch das Cover und den Titel sofort total neugierig auf das Buch geworden! Deshalb bin ich wahnsinnig glücklich gewesen, als es zum April-Prinz im Jahr der Königskinder wurde.
So groß, wie meine Vorfreude war, mit solchem Eifer habe ich mich auch auf die Geschichte gestürzt und ein Mal angefangen, konnte ich kaum mehr die Hände davon lassen. Der Koffer ist eine wahnsinnig mitreißende Geschichte mit zwei ganz authentischen Figuren. 
Julian ist Vollwaise und hat leider neben dem Tod seiner Eltern noch ganz viele andere Päckchen zu tragen. Er lebt nun bei seinem Onkel Russell, ein Mann, der viel arbeitet, viel Geld hat und wenig Geduld und Zeit. Deshalb gibt es ganz klare Regeln an die sich Julian halten muss, tut er das nicht, wird er bestraft. Kapitel aus Julians Sicht waren kunterbunt gespickt mit Trauer, Schmerz, Lethargie, Freude, Unsicherheit, Glücksgefühlen und Fassungslosigkeit. Ich hatte manchmal das Gefühl, kaum dass der Junge was Schönes erlebt oder gedacht hat, kam Russell nach Hause und es wurde unangenehm. Das Buch zu lesen war eine Abenteuerreise quer durch alle meine Emotionen. Julian wollte ich am liebsten an der Hand nehmen und mit ihm ganz weit weggehen. Szenen in denen er und sein Onkel zusammen waren, waren sehr heftig. Tränen in den Augen und ein Kloß im Hals waren da annähernd immerzu dabei.
Bei Adam ging es mir ganz anders und ich muss sagen: Ich will mehr von Adam! Und ich will, dass es viel mehr Menschen gibt, die wie Adam sind! Adam ist offenherzig, lebensfroh, selbstbewusst, witzig und das genaue Gegenteil von Julian. Die Beiden kennen sich aus der Zeit, in der Julians Eltern gestorben sind, denn da ist der Junge zu Adam und seiner Mutter gekommen. Doch weil das Jugendamt einen Verwandten findet, muss das Waisenkind zu diesem. So treffen sich Adam und Julian Jahre später in der Highschool wieder, ein Glück, denn das verändert Julians Leben um 180 Grad! Er lernt das Leben kennen und sieht endlich wieder Sterne.
Diese sieht er aber leider nicht nur am Himmel, sondern auch ganz wo anders. Ein Ereignis, das mich wahnsinnig geschockt hat. Das mich sprachlos macht, auch jetzt noch! Ich kann dafür keine Worte finden. Fakt ist: Ich musste erstmal das Buch zuklappen und hätte mich am liebsten in die Ecke gesetzt und meinen Körper vor und zurück gewiegt. Naja, ganz so extrem vielleicht nicht, aber mir stand definitiv der Mund offen und ich hatte Gänsehaut!

Warum ich Julians Schicksal so nah an mich herangelassen habe weiß ich nicht. Ich bin aber sehr froh, dass Robin Roe diese Thematik in ein Buch umgesetzt hat, denn es ist ein sehr, sehr wichtiges Thema, das im Alltag tabuisiert wird. Für mich ist Der Koffer ein Tausend-Sterne-Buch und eine echte Herzensangelegenheit. 


Fazit


Nach wie vor beschäftigt mich die Geschichte von Julian und Adam und ich kann Der Koffer einfach noch nicht genau einordnen. Das Buch ist gut. Sehr gut! Aber kann man eine Geschichte mit solchem Inhalt mögen und empfehlen? Eine Frage, auf die ich bis jetzt noch keine passende Antwort gefunden habe. Ich kann sagen, dass das Buch seine guten Seiten hat, Seiten die Mut machen. Außerdem behandelt die Lektüre eine sehr wichtige, aber leider selten thematisierte Materie und sollte somit möglichst in jeder Hand liegen und gelesen werden. Trotzdem lässt mich das Buch in einer Art zwiegespalten zurück, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Der Koffer ist fantastisch geschrieben und das Thema wahnsinnig gut umgesetzt. Und wichtig. Und so authentisch (was womöglich gerade mein Problem ist). Bewerten kann ich es aber nicht wirklich und zum Ende komme ich auch nicht, weil ich hin und her gerissen bin zwischen der schweren Thematik und der objektiv gesehen fantastischen Lektüre. Sicher ist aber: Julian und Adam werden für immer einen Platz in meinem Herzen haben.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen