Freitag, 2. Dezember 2016

WIE ICH DICH SEHE




Titel: Wie ich dich sehe
Autor: Eric Lindstrom
Verlag: Carlsen
Seiten: 352
Preis: 16,99 € [D]

Inhalt

»Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!« Das ist Parkers Credo, und sie hat strenge Regeln aufgestellt, wie sie behandelt werden will. Seit der Trennung von ihrem Freund Scott und dem Tod ihres Vaters verlässt sie sich nur noch auf sich selbst. Für jeden Tag, an dem sie nicht heult, gibt sie sich einen Goldstern. Sie trainiert fürs Laufteam – okay, sie ist blind, aber ihre Beine funktionieren ja. Und sonst hält sie sich die meisten Leute mit Ruppigkeit vom Hals. Bis Scott ihrer Liebe doch noch eine Chance geben will.
 
Vielen lieben Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!

Meine Meinung


Das Buch beginnt mit etwas ganz Üblichem. Der Wecker klingelt und Parker steht auf. Um sich aber ganz sicher zu sein, wie viel Uhr es ist, muss sie nur einen Knopf betätigen und die Zeit wird ihr vorgelesen. Morgens läuft sie immer und deshalb hält sie die Hand aus dem Fenster, um zu erfahren welche Trainingskleidung für den Tag angemessen ist. Sie geht aus dem Haus und zählt die Schritte bis zur ersten Kreuzung, hält an und lauscht: Kein Autobrummen, nur Vogelgezwitscher, das heißt sie kann die Straße überqueren.

Parker ist blind. Allerdings noch nicht immer. Seit dem Unfall lebt sie mit ihrem Vater allein, die beiden sind ein eingespieltes Team und können über alles reden. Als er stirbt, bricht ihre Welt zusammen. Sie ist jetzt ganz allein. Glücklicherweise ziehen ihre Tante mit Mann, Tochter und Sohn in Parkers Elternhaus und ersparen ihr so die gewaltigen Umstände, die eine neue Schule, eine neue Stadt und allein schon ein neues Haus mit sich bringen würden.
Molly geht auf die Adams High, die seit diesem Schuljahr Zuwachs bekommen hat. Die Stadt hat beschlossen, dass die Schüler der Jeffersons High nun in die Adams müssen, weil ihre alte Schule geschlossen werden muss. Somit lernt Parker Molly kennen, ihr neuer Buddy. Sie hilft der Protagonistin sich im Unterricht zurecht zu finden. Ihre schon immer beste Freundin Sarah kann diese Aufgabe nicht übernehmen, weil sie nicht die gleichen Kurse belegt wie Parker.
Scott, der eine von Parkers Regeln missachtet hat, ist jetzt auch auf der gleichen Schule. Er macht sich bei ihr in der ersten Mathestunde bemerkbar und versucht sich ihr anzunähern. Er ist ein absoluter Goldschatz und ich habe mir so sehr gewünscht, dass die beiden wieder zueinander finden. Nun ja, ob ihnen das gelingt, das müsst ihr schon selbst lesen…
Die Mädels waren mir sofort sympathisch, ganz besonders Parker. Sie ist so stark und ganz wunderbar direkt (was auch daran liegt, dass sie die Reaktion ihres Gegenübers nicht sehen kann). Sarah ist einfach eine absolut gute beste Freundin und Molly, als die Neue im Bunde, bleibt einfach sie selbst. 
Eric Lindstrom gelingt es ganz fantastisch Parkers Welt zu beschreiben ohne dass man etwas sehen kann. Ich könnte euch nicht sagen wie die Schule, Parkers Zimmer, die Mall oder die Cafeteria aussieht. Aber ich weiß, wie viele Schritte Parker von der Cafeteria zur nächsten Mädchentoilette benötigt oder dass sie ihre Dinge immer an ganz bestimmte Orte legt, damit sie diese am nächsten Tag wiederfindet. 
Was ein Umzug für einen blinden Menschen bedeuten kann, war mir gar nicht so bewusst. Auch die Tatsache, dass viele Menschen jemand Blindem immerzu helfen wollen, auch wenn diese die Hilfe womöglich gar nicht nötig haben, ist eine Tatsache die ich kaum bedacht habe. Ich bin dankbar, dieses Buch gelesen zu haben und mal wieder ein kleines Stück Horizont zu meinem hinzufügen zu können.

Fazit


Wie ich dich sehe ist ein Buch über das Blindsein, über Freundschaft, Liebe und Familie. Es ist gespickt mit Witz und Emotionen und hat damit alles was ein guter Roman braucht. Ich bin begeistert und werde es ganz sicher nächstes Jahr noch Einmal lesen und genießen!



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