Freitag, 30. März 2018

FOSTER V RG SS N

Foster V rg ss n  von  Dianne Touchell

 
16,99€ [D] | ISBN: 978-3-551-56042-1 | 256 Seiten | Königskinder
Inhalt: Es beginnt ganz schleichend. Dass Fosters Vater Sachen vergisst. Den Herd auszustellen zum Beispiel. Oder einen wichtigen Termin bei der Arbeit. Und zu Anfang macht sich Foster noch keine Gedanken deswegen, denn schließlich vergisst er selbst ja schließlich auch manchmal was. Doch dann häufen sich die Vorfälle und Foster versteht einfach nicht, warum das Gedächtnis seines Vaters immer löchriger wird und mehr und mehr Sachen daraus verschwinden. Und was, wenn er auch ihn, Foster, irgendwann ganz vergessen wird? Quelle



Meine Meinung: Das Buch ist aus der Sicht des 7-jährigen Jungen Foster geschrieben, der sehr eindrücklich den Krankheitsverlauf seines Vaters Malcom beschreibt. Anfänglich gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit der Familie, wodurch man besonders den Papa kennlernt. Ein toller Mann und für Foster ein wahres Vorbild. Diese Rückblicke werden im Verlauf der Geschichte etwas weniger, was sehr gut zur Entwicklung von Malcom passt: Denn dieser erinnert sich auch immer weniger. Foster hat in dieser Zeit mit vielem zu kämpfen und fühlt sich völlig allein gelassen, besonders weil seine Mutter bei der Pflege ihres Mannes keine Hilfe annehmen möchte und sich so völlig kaputt arbeitet. Sie bezieht jedoch Foster stark in die Pflege mit ein, erkundigt sich aber selten nach seinem Wohlergehen und lässt ihn außen vor, was Gespräche über die konkrete Situation in der sie sich befinden, angeht. 
 "Das Nachdenken setzte in den stillsten Regionen seines Inneren ein träges Brummen in Gang, das lauter war als eine Kettensäge. Es war tröstlich, weil es andere Gedanken übertönte." - S. 60
Foster ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seinem Vater und seiner Mutter und der Wut, die er empfindet, weil sich alles verändert und er nicht verstehen kann wieso. Nicht nur sein Papa verändert sich, auch Foster geht einen neuen Weg, um mit der Situation zurecht zu kommen.

Fazit: Das Buch behandelt ein sehr sensibles Thema, das in unserer Gesellschaft gar nicht so selten ist: Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. gibt es derzeit mehr als 1,4 Millionen Demenz-Kranke in Deutschland und etwa 300.000 Neuerkankungen Jahr für Jahr. Foster V rg ss n beschreibt sehr emotional und eindrücklich, dass dabei nicht nur der an Demenz Erkrankte selbst leidet, sondern in besonderem Maße auch seine Familie. Die unerschütterliche Liebe, die Foster empfindet, hat mich sehr beeindruckt. Genauso wie seine Beobachtungsgabe und wie er für sich als 7-Jähriger mit der Erkankung seiner Familie umgeht. 
Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite! 

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

Kommentare:

  1. Das hört sich nach einem wirklich interesanten, berührenden Buch an. Danke für den Buchtipp! :)

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    1. Hallo Binzi! Ich freue mich, dass ich dir ein neues Buch zeigen konnte. Falls Du es bald liest: Ganz viel Spaß damit!

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